Chronik des Kolpinghauses


45-seitige PDF-Datei, erstellt von Hans-Jörg Egenrieder
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Die Geschichte der Kolpingsfamilie Ravensburg ist untrennbar mit den Geschicken des Kolpinghauses in der Kapuzinerstraße verbunden. Die bekannten Umstände, die 1972 zum Verkauf des Hauses führten, nehmen wir zum Anlass, eine spezielle Chronik dieses Hauses zu erstellen, um uns und der Nachwelt vor Augen zu halten, mit welchen enormen Leistungen und welch riesigem Aufwand unsere Vorväter das Haus erstellt haben.

1907
Im Juni wird auf Grund der beengten Verhältnisse der Bau eines größeren Gesellenhauses ins Auge gefasst. Es beginnt die Bauplatzsuche für das neue Gesellenhaus.
Ein erster Bauplatz in der Gartenstraße - Anwesen "zum Rosengarten" - erweist sich als Fehlschlag. Die Bebauung konnte nicht beginnen, da sich - nicht mehr bekannte - Schwierigkeiten in den Weg stellten. Präses Notz und Vizepräses Traub engagierten sich sehr stark bei der Spendensammlung. Ein altes Protokollbuch gibt darüber Aufschluss. Darin heißt es wörtlich:

"Das Präses Notz und Vizepräses Traub in der Zeit vom 30.11.1907 bis 10.01.1916 geführte Sammelgelderbuch zum Neubau des Katholischen Gesellenhauses Ravensburg endete mit einem Gesamtergebnis von 92 255,26 Mark und beinhaltet Spendengrößen jeder Art. Sammlungen bei Gesellenvereinsveranstaltungen und anderen Vereinen, Privatzuwendungen in kleinen und größeren Beiträgen, Stiftungen aus testamentarischen Vermächtnissen usw. auf örtlicher und überörtlicher Ebene ermöglichten ein Ergebnis o.g. Größenordnung"

1909
Ankauf des des Grundstücks "Wagbräugarten" Ecke Kapuziner-/Kuppelnaustraße.

1911
Beginn der Bauarbeiten mit feierlichem Spatenstich am 29.10.1911. Hierzu sagt das Protokoll der damaligen Zeit wörtlich: "Das 49.Stiftungsfest wurde auf den 29.Oktober festgelegt, verbunden mit dem 'feierlichen 1.Spatenstich' auf dem für das neue Gesellenhaus erworbenen früheren Wagbräugarten. Beteiligung auch des Lehrlingsvereins und Sängerkranzes mit musikalischer Begleitung."

1912
Am 24.November feierliche Einweihung des Katholischen Gesellenhauses.

1914-1918
Während des 1.Weltkrieges wird das Haus Militärlazarett.

1920
Laut Protokoll berichtet der Präses Merk, dass er ein "weiteres, scharf gehaltenes Schreiben" bereits an das Arbeitsministerium abgesandt habe, um endlich die Freigabe des Gesellenhauses zu erwirken. Am 1.April 1929 wird das Haus durch die Militärverwaltung wieder freigegeben.
Aus der Zeit von 1920 bis 1938 liegen weder aus Protokollbüchern noch aus Zeitungsausschnitten "besondere Vorkommnisse", die ausschließlich das Gesellenhaus betreffen, vor.

1939
Verhinderung der Beschlagnahme des Hauses durch das NS-Regime durch Übereignung des Hauses an die katholische Kirchengemeinde, Liebfrauen.  Während des 2.Weltkrieges wurde das Haus wiederum zum Militärlazarett umfunktioniert.

1948
Rückgabe des Hauses an die Kolpingsfamilie. Die erforderlichen Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten belaufen sich auf 60.000 bis 70.000 DM. Die Kosten werden größtenteils erneut von der spendenfreudigen Bevölkerung aufgebracht.

bis 1972
Vereinslokal der Kolpingsfamilie Ravensburg, welches nun auch den Namen "Kolpinghaus" führte. Es beherbergte anfangs "Kolping"-Gesellen, danach Lehrlinge des Fernmeldeamtes. Der "große" Saal und der in den 60ger Jahren angebaute "Gartensaal" waren beliebte Räumlichkeiten für Hochzeiten, Ausstellungen, Tanzveranstaltungen (u.a. Gesellenball der KF), politische Großveranstaltungen.

 

Das HAK vor dem Umbau


2006
Umbau des Kolping Hauses und Erweiterung der Räumlichkeiten für die Kolpingsfamilie.

2007 -
Einweihung der neuen Räume im HAK

Der neue Empfangsbereich im HAK

Der neue seitliche Eingang