Chronik der Kolpingsfamilie Ravensburg *1862


Link zu Informationen zur [140-Jahres Feier] (2002)



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1850 In Köln wird der erste katholische Gesellenverein gegründet
1861/62 Schon im Winter verbanden sich, besonders durch die Bemühungen des Webers Jakob Bischofberger, mehrere Gesellen miteinander in der Absicht, einen Gesellenverein zu gründen. Es wurden allmählich in größeren Zwischenräumen kleine Versammlungen gehalten, indolge derer der Verein bis im Mai 1862 auf 32 Mitglieder gewachsen war. Bis September 1862 wer die Mitgliederzahl auf 52 angestiegen. Am 21.September 1862 wurde die Wahl des Gesellenausschusses vorgenommen.

Das Gründungsdiplom trägt noch die Originalunterschrift von Adolph Kolping, der die Gründung selbst noch erlebt hat.

1864 fand am Pfingstmontag erstmals ein Gründungsfest mit Fahnenweihe in der Liebfrauenkirche statt. Wortlaut der Anzeige im Oberschwäbischen Anzeiger:
"Am Pfingstmontag begeht der Gesellenverein unter Beteiligung auswärtiger Vereinsdeputationen. Vom Vereinslokal "Mohren" zur Pfarrkirche, gemeinsames Mittagsmahl, Ausflug, abends gesellige Unterhaltung im Gasthaus zum Kronprinz. Zur gefälligen Beteiligung an dieser Feier ladet der katholische Gesellenverein alle Männer, welche dem Verein ein wohlwollendes Interesse schenken, insbesondere die Ehrenmitglieder und Meister ergebenst ein."
1870 Gründung einer Vereinssparkasse unter Aufsicht des Präses.
1871 Die Vereinssparkasse weist einem Bericht zufolge 54 Mitglieder und ein Guthaben von 745 Gulden und 12 Kreuzer auf.
1877 Der Gesellenverein kaufte für 22 200 Mark das Gebäude Herrenstrasse 24 (zuletzt Möbel Lenz) und richtete sich erstmals ein eigenes Heim ein. Der Kauf brachte gleichzeitig die Gründung eines Schutzvorstandes mit sich.
1877 Einweihung des neuen Gesellenhauses am 21.Oktober. Die Feier hatte viel auf dem Programm: Festzug durch die ganze Stadt, Festbankett und Festessen. Laut Protokoll ,,waren alle Strassen reich beflaggt und die ganze Öffentlichkeit nahm am Feste teil. Über starke Teilnahme der Nachbargesellenvereine sowie von Gästen aus Österreich und der Schweiz, sämtlichen hiesigen Vereinen und Wohltätern des Vereins freute sich der junge Verein sehr.
1878 Erstmalige Erwähnung von Frauen im Gesellenverein, Bildung eines Damencomitees ,,das Gaben für eine Lotterie zugunsten der Entschuldung des neuen Hauses sammelte." Diese Aktion war ein voller Erfolg.
1882 Erstmalige Erwähnung eines Turnvereins (Vorläufer der Sportabteilung von heute).
1887 Silbernes Jubiläum - 25-Jahr-Feier - ausführlicher Bericht im Oberschwäbischen Anzeiger auf Seite 1.
Erster veröffentlichter Hinweis (24.12.) auf eine Theateraufführung einer dramatischen Legende in 5 Akten unter dem Titel: ,,Die Blume von Sizilien"; mit ergreifendem Inhalt und ,,hochpoetischer Sprache".
1899 Fabrikant Vogler (Osiandersche Kunststickerei) stiftet dem Gesellenverein eine neue Fahne. Die Fahnenweihe am 14.5. nimmt Diözesanpräses Ströbele aus Ehingen vor. Der Katholische Gesellenverein Zürich übernimmt die Patenschaft des Gesellenvereins Ravensburg.
1901 Festlegung eines Unterrichtsplanes für den Winter von Präses Dr. Niklaus. Der Unterrichtsplan umfasst sämtliche Wochentage und weist folgende Fächer auf: Buchführung, Zeichnen, Singen, Deklamationsclub sowie die sonntägliche Vereinsversammlung.
1902 Die Einführung des ,,Kolpingblattes" bei Erhöhung des Mitgliederbeitrages von 30 auf 40 Pfennig wurde beschlossen.
1907 Der Verein zählt 130 Mitglieder und 400 Ehrenmitglieder (heute: fördernde Mitglieder).
1908 Nach dem Rechenschaftsbericht zählt der Verein 160 Mitglieder und 377 Ehrenmitglieder. Die Unterrichtserteilung wird auf berufliche Fachkurse erweitert. Die Vereinsbibliothek umfasst 400 Bände, das Vereinsvermögen beträgt ca. 47 700 Mark.
1912 50-Jahr-Feier: ,,Goldenes Jubelfest" mit Begrüßung im Konzerthaus, gewaltigem Umzug von einer Ausdehnung, wie ihn Ravensburg schon  lange nicht mehr gesehen hat (lt. Zeitung)
1914 1.Weltkrieg. Es kommt zu einer nahezu vollständigen Lähmung des Vereinslebens. 
1915 Als neues Vereinsdomizil gilt die ,,Wacht am Rhein". Infolge der Kriegswirren erfolgen laufend personelle Führungswechsel.
1919 Nach Kriegsende lebt die Vereinstätigkeit wieder auf. die Wiederbelebung der Turnabteilung (Antrag beim Stadtschultheißenamt) sowie die Gründung des ,,Sängerkranzes" (früher Gesangsabteilung) wurde eingeleitet
1920 Am 1. April wird das Gesellenhaus von der Militärverwaltung freigegeben. Im Juni findet die Feier der Wiedereröffnung statt. Der Verein zählt zu diesem Zeitpunkt 203 Mitglieder.
1922 Erstes großes Streichkonzert des eigenen Vereinsorchesters mit guter Pressekritik.
1929 Der Verein zählt 268 Mitglieder; davon wohnten 70 im Vereinshaus. 616 durchgereiste Gesellen erhielten im Haus freies Essen und freie Unterkunft.
1932 1196 durchgereiste Gesellen erhalten freies Essen und Unterkunkft
Während der beiden Weltkriege ruht die Vereinstätigkeit fast vollständig. Das Haus wird beide Male als Militärlazarett beschlagnahmt.
1946 Der Gesellenverein wir umbenannt in Kolpingsfamilie
1948 Neue Aktivitäten entwickeln sich: Tischtennis, Kegeln, Singen sowie Fußball, Handball und Turnen. Die Faschingsbälle ziehen besonders viele Besucher an.
1962 Die Nikolausaktion wird gestartet. In Au im Bregenzerwald wir für die Mitglieder eine Hütte gemietet.
1971 Die ersten weiblichen Mitglieder werden aufgenommen
1972 Das Kolpinghaus wird aus wirtschaftlichen Gründen verkauft. Das Nachbarhaus - Kapuzinerstraße 8 - wird das neue Vereinsheim und "Haus Adolf Kolping" genannt.
1976 Eine erste Jung-Kolping-Mädchengruppe wird gegründet
1991 Mitglieder nehmen an der Seligsprechung Adolph Kolpings in Rom teil.
2000 Neue Aktivitäten werden ins Programm aufgenommen: Frauenfrühstück, Fat-Burner-Gymnastik, Sommer- und Ferienprogramm ...
2002 Die Kolpingsfamilie hat 132 Mitglieder. Ziel ist, die Kolpingsfamilie Ravensburg als generationenübergreifende, familienhafte Gemeinschaft auszubauen.
Die Kolpingsfamilie Ravensburg feiert Ihr 140. Jubiläum mit zahlreichen Festveranstaltungen und einer großen Ausstellung im "Spital"

Fortsetzung folgt . . .